Kaiserairways

Hochmut kommt vor dem (Blei-) Fall

Erst gestern machten wir uns über die Tauch Experten lustig. Heute schlug das Karma zurück.

Auf dem Programm stand der Tauchplatz Elphinstone. Ein bekanntes Riff, zu dem Taucher aus nah und fern extra anreisen. Das besondere ist, dass das Riff bis 1m unter die Oberfläche geht und bis auf 90m abfällt. Es ist wunderbar mit Korallen bewachsen und sehr fischreich. Der Tauchplatz ist wegen den Untiefen nicht für Anfänger geeignet. Aber das sind wir ja auch nicht mehr.

Vom großen Tauchboot ging es mit dem kleinem Zodiac (Schlauchboot) durch die Wellen zum Einstieg. Unser Guide sprang als erstes ins Wasser um die Strömung zu checken. Wir mussten in voller Montour im Boot warten.

Nach einigen Minuten kam er wieder an Bord und meinte, die Strömung sei zu stark, wir werden an einem anderen Platz tauchen gehen.

Nach einem weiteren Ritt durch die Wellen ging es dann endlich los: das Kommando zum reinspringen und abtauchen.

Es war sehr beeindruckend. Neben uns war das Riff und unter uns nichts als Blau und die Tiefe. Um besser abtauchen zu können tauchte ich kopfüber nach unten. Bei zirka 10m Tiefe bemerkte ich ein Rumpeln in meinem Jacket und tastete alles ab. Hmm, alles scheint normal. Beim Blick nach unten sah ich eine meiner beiden Blei Taschen in die Tiefe sinken. Nun muss man als Nicht-Taucher wissen, dass es ohne bzw. mit zu wenig Blei nur noch eine Richtung gibt: nach oben.

Um dem entgegen zu wirken paddelte ich noch stärker nach unten. Gleichzeitig suchte ich nach Leo und unserem Guide um Ihnen zu zeigen, dass ich ein Problem habe. Der Guide hat mich schnell entdeckt. Leo leider nicht, da sie natürlich nicht nach oben geschaut hat. Der Guide hat mich dann nach unten gezogen und wollte mein Blei suchen. Aber keine Chance, es war nicht zu sehen und in der Tiefe verschwunden.

Jetzt kramte die ganze Gruppe ihr überschüssiges Blei zusammen und half mir aus. Wir tauschten unter Wasser. So dass es nach einigen Minuten weiter gehen konnte.

Den Tauchgang an sich konnte ich aber nicht genießen, da ich schon sehr viel Luft durch das „nach unten paddeln“ verbraucht hatte. Nach ca. 30 Minuten hatte ich nur noch 50 von 200 bar in meiner Flasche und zeigte es dem Guide. Der nahm mich gleich an sein Ersatzmundstück (Octopus) und ich tauchte wie ein Anfänger Händchen haltend mit ihm weiter. Beim Aufstieg durfte ich dann wieder meine eigene Luft nutzen und wir konnten den Tauchgang ganz normal beenden.

Und die Moral von der Geschicht?

Tauchen kann man oder man kann es nicht. ?

Was mich an der ganzen Situation unter anderem auch sehr gestört hat, war, dass ich meinen Mist am Riff verloren habe und dieser dort eigentlich nichts verloren hat. Glücklicherweise hatten wir aber noch einen zweiten Tauchgang, bei dem ich meine Ökobilanz wieder normalisieren konnte. Zufällig fanden wir dabei eine andere, fremde Blei Tasche samt Inhalt, die wir wieder mit nach oben gebracht haben.

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2 Kommentare zu “Hochmut kommt vor dem (Blei-) Fall

  1. Jürgen Kaiser

    Ist das zugegebenermaßen schöne Erlebnis nur möglich, wenn man ein solches Risiko eingeht?
    Jorgo

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