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Wochenendtrip für nen Fuffi

„Von Freitag Abend bis Sonntag Abend nach Griechenland im Winter? Für nen Fuffi? Ach, warum nicht?“ War die Antwort auf die Frage: „Biste dabei?“. Und deshalb ging es mitten im Januar für ein Männerwochenende nach Thessaloniki.

Wie kam es dazu?

Schon im Juni 2018 fand ich ein Angebot der griechischen Airline „Aegean“ von Stuttgart nach Thessaloniki:
Hinflug Freitag abends um 19:40 und Rückflug am Sonntag mit Ankunft um 19:00 wieder in Stuttgart. Super Zeiten für einen Wochenendtrip. Es ist nicht notwendig Urlaub zu beantragen!

Im Freundeskreis fragte ich, wer mit will und tatsächlich fand sich ein Kumpel (Slobo), der nur antwortete: „Ach für nen Fuffi, warum nicht“. Die Flüge kosteten tatsächlich nur 52,-€ hin und zurück. Wohlwissend, dass wir keine 30°C erwarten konnten buchten wir also für 2 Personen. Zufällig bin ich bei der Airline auch noch „Gold“ Mitglied, so dass Gepäck, Loungebesuch, Sitzplatzreservierung und Fast-Lane bei der Sicherheitskontrolle bei dem Angebot für beide inklusive waren. Aber das nur am Rande.

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Das Hotel: „Le Palace Art Hotel“

Als Hotel haben wir das „Le Palace Art Hotel“ gebucht. Es liegt sehr zentral in der Nähe des „Platia Aristotelous“. Einem berühmten und schönen Platz in der Stadt.

Das Hotel ist beileibe kein Luxushotel, war aber für zwei Nächte vollkommen ausreichend und inkl. Frühstück bezahlbar. Unser Zimmer hatte seitlich sogar Meerblick.

Das Frühstück war von 07:30 – 10:30. Für unsere Verhältnisse doch recht früh. Aber es bot alles, was man für einen guten Start benötigt.

Der „weiße Turm von Thessaloniki“

Selbstverständlich durfte bei dem Trip etwas Kultur und Geschichte nicht fehlen. Wir besuchten am Samstag Vormittag den „weißen Turm„. Das Wahrzeichen von Thessaloniki. Für horrende 2,-€ Eintritt pro Person gab es dann aber wenigstens noch einen Audio-Guide, der uns die Geschichte der Stadt immerhin auf deutsch erklärte 😉

In dem antiken Turm gibt es 5 Stockwerke. In jedem wird eine andere Epoche oder ein anderes Thema der Stadt Thessaloniki dargestellt. Sei es die Zeit der türkischen Besetzung, der zweite Weltkrieg, aber auch Katastrophen, wie der große Stadtbrand von 1917 (ja, das Jahr haben wir uns irgendwie gemerkt 😉 ). Es wird auch gezeigt, wie in der Vergangenheit verschiedene ethnische Gruppen zusammen lebten und warum es viele Einwohner aus der ehemaligen Staaten der UDSSR gibt. Das Finale ist dann die Aussichtsplattform von der aus man einen tollen 360° Blick auf die Stadt und das Meer hat. Da wir vormittags waren und es etwas windete war es dort aber relativ kalt und wir liefen nur eine Runde ringsum, damit wir schnell wieder ins Warme konnten 🙂

Gegen Mittag hellte der Himmel auf und wir konnten auch noch ein paar Bilder mit blauem Himmel machen…

Basketball in der Smoking-Icebox

Als ehemalige Handball-Kameraden standen sportliche Aktivitäten für uns natürlich ganz oben auf der Liste. Ok, eher auf einer Tribüne und als Zuschauer, aber sind nur „Neben-Details“. Ein Fussballspiel wäre natürlich ein Highlight, da die griechischen Fans für ihre Pyrotechnik in den Stadien und ihre Stimmung bekannt sind. Leider spielten PAOK und ARIS entweder auswärts oder gar nicht. Aber Volkssport nummer zwei (oder eins??) ist in Griechenland ja Basketball, und PAOK B.C. (die Basketballabteilung von PAOK) spielte in der ersten Liga an diesem Wochenende daheim. Wir versuchten schon im Vorfeld online Karten zu für das Spiel zu kaufen, scheiterten aber an einer griechischen Sozialversicherungsnummer. Wir haben leider nicht herausbekommen, warum man online als „Nicht-Grieche“ keine Karten kaufen kann. Glücklicherweise sahen wir online aber, dass es noch genug Karten gab und so entschieden wir uns an der Abendkasse welche zu kaufen. Auch hier schlug der Wucher wieder zu uns uns wurden pro Person 10,-€ (Achtung Ironie) Eintrittsgeld abgeknöpft.

Da wir nicht wussten, wie „voll“ die Halle wird waren wir schon eine Stunde vor Anpfiff vor Ort. Relativ schnell konnten wir die Karten kaufen und gingen Richtung Eingang. Uns verwirrte etwas, dass wir so gut wie alleine am Eingang standen. Beide hatten wir ein Bild von Menschenmassen vor Augen, die zu einer Sportveranstaltung strömen…. nicht so eine Stunde vor Anpfiff…. 😉

In der Halle angekommen sagte uns einer der Ordner, dass wir uns den Platz frei auswählen könnten…obwohl auf unsrer Karte eine Reihe und ein Platz vermerkt war. Naja wir als Deutsche fanden das etwas komisch, suchten uns dann aber Plätze aus, mit einer guten Sicht…. zu dem Zeitpunkt war die Halle ja noch total leer 😀

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Tatsächlich war die Halle, die ca. 8000 Plätze fasst weniger als zur Hälfte gefüllt. Jedoch mit sehr emotionalen Fans, was die Schiedsrichterin bitter zu spüren bekam. Im zweiten Viertel gab es kurz hintereinander mehrere „Fehlentscheidungen“. Ich bin beileibe kein Basketball-Experte, aber wenn man den Fans um uns herum anhand ihres Geschrei´s glaubt, dann waren es defintiv mehrere Fehlentscheidungen. Zu diesem Zeitpunkt wurde uns auch klar, warum sich in der Halle Polizisten mit Helmen und Schilden (wie man sie von Demonstrationen kennt) befanden….. zum Schutz der Schiedsrichter. Wir waren etwas verwundert über die aggressive Stimmung… aber irgendwie war es auch ein tolles Erlebnis, das Geschrei und Gesinge zu erleben….glücklicherweise saßen wir im Familienblock, in dem viele Familien mit Kindern saßen. Dadurch fühlten wir uns das komplette Spiel über sicher 🙂

Eine weitere Besonderheit, die uns aufgefallen war, ist das Rauchen. Obwohl wir uns in einer Sporthalle befanden, scheinte es niemanden zu interessieren, dass Rauchverbot herrschte. Slobo als guterzogener Deutscher sah die Rauchverbotsschilder und hielt sich natürlich auch konsequent an die Regeln als Ausländer….. die Griechen, jedoch rauchten direkt auf der Tribüne… und nicht nur vereinzelte, sondern sich einige….In der Halbzeit gingen wir in das Foyer (wo selbstverständlich auch von allen geraucht wurde). Ich konnte es mir nicht verkneifen folgendes Bild zu machen:

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Zum Glück schaffte es PAOK Saloniki in der zweiten Hälfte, das Spiel an sich zu reissen, so dass die Stimmung sich auch zum Positiven wendete. Wer die Möglichkeit hat, sollte es sich wirklich nicht entgehen lassen, mal ein Spiel in der griechischen ersten Liga anzuschauen…. definitiv eine Empfehlung….

Ähnlich wie in Litauen wird in Griechenland aber das Basketballspiel regelmäßig und viel zu lange von Männern unterbrochen, die einem orangenen Ball hinterher-rennen…vielleicht könnte man das Verhältnis etwas ändern und die Basketballerinnen (Griechen und Litauer nennen sie: Cheerleader) etwas verändern:

Warum ist die Überschrift aber „Smoking-Icebox“?

Naja über das „Smoking“ wurde ja schon geschrieben, aber in der Halle war es so kalt, dass wir über die komplette Zeit unsere Jacken und Schals an ließen. Warum auch immer wurde die Halle nicht geheizt. Wir waren nach den paar Stunden richtig durchgefroren … und bekanntlich leiden Männer ja mehr als Frauen. Krönendes Finale war dann das Warten … im Freien … in der frischen Meerprise… nachts…. auf das Taxi. 🙂

Richtig griechisch Essen

Selbstverständlich durfte ein authentisches, griechisches Abendessen auch nicht fehlen. Wir entschieden uns für ein Restaurant, das ich schon von unserem Trip 2016 kannte:

To Elliniko“ (übersetzt: „Der Grieche“).

Ein Tisch für zwei Personen war kein Problem. Nach kurzem „Studieren der Karte“ hörte ich nur den Kommentar: „Alex ich bin überfordert“. Warum? In der Karte sind unzählige authentische griechische Gerichte. Ich habe sie nicht gezählt, aber es gibt bestimmt 30 verschiedene Dinge die man bestellen kann. Aber das Besondere ist, dass es sich größtenteils um kleine Gerichte, vergleichbar mit spanischen Tapas handelt. Man erhält viele kleine Teller mit Gerichten, die man mit allen am Tisch teilt. Nachdem also Slobo überfordert war bestellte ich eine kleine Auswahl:
Tsatsiki, gegrilltes Gemüse, Schafskäse, Fleischbällchen in Auberginen, dicke Bohnen und ganz wichtig: eine kleine Flasche Ouzo. Wir nahmen uns extra viel Zeit und aßen absolut überhaupt nicht schwäbisch „schnell schnell“, sondern gaaanz gemütlich, wie es sich in Griechenland gehört…

Zum zweiten Mal war ich in dem Restaurant und bereits das zweite Mal kann ich uneingeschränkt „To Elliniko“ empfehlen. Das Essen schmeckt extrem gut und echt griechisch und das Personal ist extrem freundlich und zuvorkommend. Sie empfehlen einem auch Dinge, auf die man nicht kommen würde (ohne aufdringlich zu sein). Selbstverständlich sprechen die Servicekräfte auch englisch.

Der sonnige Sonntag

Den Sonntag verbrachten wir mit einem maximalen „Relaxing-Modus“ fast ausschließlich im Freien. Da wir beide nicht mehr die jüngsten sind schliefen wir erstmal schön aus um uns dann in ein Café an der Strandpromenade im Freien in die Sonne zu setzen. Wir verbrachten dort eigentlich den ganzen Mittag bei Kaffee und Sonnenschein, während in der Heimat die Farbe Grau und Regen herrschten. Es war aber sehr entspannend, einfach die Seele baumeln zu lassen bevor es am Nachmittag wieder Richtung Flughafen und somit auch wieder nach Hause ging.

Fazit

Das Wochenende war vom Preis-/Leistungsverhältnis defintiv eine Reise wert. Als alte Handballkumpels waren wir auch auf einer Wellenlänge, so dass wir beide ein sehr entspanntes und erlebnisreiches Wochenende, ohne großen Stress erleben konnten. Wir haben uns beide daheim mit den Worten „gerne wieder“ verabschiedet, so dass wir beide wieder zuschlagen werden, wenn uns ein „Fuffi-Flugangebot“ auffällt.
Thessaloniki ist nun sicher nicht die Metropole, die mit Athen oder New York verglichen werden kann, für einen kleinen Wochenendtrip zu diesem Preis aber definitiv eine Empfehlung wert!

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